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Was wir tun und warum - unser Selbstverständnis

 

Medienpädagogik ist

 

keine Notfallmedizin gegen die vermuteten negativen Wirkungen der Medien. Medienpädagogik ist auch nicht auf die Vermittlung von Medienkompetenz zu reduzieren. Sie ist ein eigenes Kompetenzfeld der Pädagogik, in dem zu den Zielen und Arbeitsweisen der Pädagogik noch eine spezielle Kompetenz hinzukommt: der Umgang mit Medien.

 

Medien in pädagogischen Prozessen gestalten, etwas über Medien lernen, mit Medien lernen - das sind die drei zentralen Arbeitsbereiche der Medienpädagogik.

 

Wer heute in der Jugendarbeit tätig ist, kann es gar nicht umgehen, auch medienpädagogisch zu arbeiten. Aber nicht jeder kann seine pädagogische Kompetenz durch Expertentum in der Medienpädagogik ergänzen. Deshalb haben wir eine Struktur aufgebaut, die in Rheinland-Pfalz einerseits Fachkräften die Möglichkeit bietet, sich in Einzelbereichen fortzubilden.

 

Andererseits wissen wir aber auch, dass die Hürde zum eigenen pädagogischen Medienprojekt immer hoch ist und eigentlich nicht mit einem Tageskurs als Anlauf übersprungen werden kann - man ist ja auch nicht nach einem Tag Schulung gleich als Abenteuerpädagoge fit. Deshalb bieten wir auch die Zusammenarbeit vor Ort an, bei gemeinsamen Projekten mit Kindern und Jugendlichen.

 

Dabei ist es uns wichtig, dass das Projekt vor Ort ein Projekt der Jugendarbeit vor Ort ist und nicht ein Projekt der eingeflogenen MedienpädagogInnen. Denn Jugendarbeit ist ein langfristiges Geschäft. Sie braucht durchaus hin und wieder Events und Highlights, sie braucht manchmal auch das technische, gestalterische und pädagogische Wissen, das Medienpädagogik ausmacht. Aber sie braucht vor allem das beharrliche Sich-Kümmern.

 

Deshalb, und da sind wir wieder beim Anfangssatz, gibt es auch selten speziell medienpädagogische Antworten auf die regelmässig auftauchenden Panikmeldungen aus den medialen Abgründen. Medienpädagogik in der Jugendarbeit ist zuerst Förderung von Kindern und Jugendlichen, und in diesem Prozess fördert sie auch Medienkompetenz.

 

Wenn Kinder und Jugendliche sich in den Medienwelten verlieren, wenn sie gar zu Tätern oder zu Opfern werden, ist schnelle Intervention erforderlich. Aber das Ziel pädagogischen Handelns sind Bildung und Erziehung, und das sind langfristige Prozesse, in denen Medien eine zunehmende Wichtigkeit haben. Hier hat Medienpädagogik ihren Platz, hier ist sie eine Fachdisziplin, die in pädagogischen Kontexten wie Jugendarbeit und Schule wichtige Erfahrungsbereiche öffnen kann, spannende Projekte inszenieren und pädagogische Prozesse befeuern kann.

 

Deshalb hat Medienpädagogik viel zu bieten, sowohl von ihrem pädagogischen Potenzial wie von der hohen Attraktivität medienpädagogischer Projekte für Kinder und Jugendliche her.

 

Was sie zu bieten hat, haben wir für uns in die drei am Anfang genannten Arbeitsbereiche gegliedert:

 

. Medien selbst produzieren: In aktiver Medienarbeit Filme, Fotostories, Hörspiele, Internetseiten, Computerspiele gestalten.

 

Aktive Medienarbeit will mehr als Technik kreativ nutzen. Sie will mit Gruppen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Produktionsprozesse inszenieren. Am Ende steht immer ein Produkt, aber auf dem Weg dorthin macht die Gruppe wichtige Erfahrungen – über sich, über die Medien, über Technik, über Ästhetik. Und meist auch noch über das Thema, zu dem sie ihren Film, ihr Hörspiel, ihre Fotostory gemacht hat.

 

. Medien verstehen: Information, Aufklärung, Hintergrundwissen - wie die Medien funktionieren und wie man ihnen souverän gegenübertritt.

 

Die Gefahren der Medien werden oft beschworen. Medienpädagogik kann der periodisch auftretenden Panik etwas entgegensetzen: Von den einfachen Regeln des Verhaltens bis zu den komplexen Sicherheitseinstellungen der Betriebssysteme und der Netzwerke – nichts ist Hexenwerk, alles ist versteh- und lernbar. Man muss die richtigen Fragestellungen und die richtigen Vermittlungsmethoden haben.

 

. Medien erleben: Sehen, hören, genießen, verarbeiten, verstehen – Medien als Mittel in Bildungsprozessen.

 

Mit Kindern Filme sehen, darüber diskutieren, das Gesehene in Spiele und Kreativaktionen umsetzen. Mit Jugendlichen Computerspiele zum sozialen Erlebnis machen. Es gibt viele Möglichkeiten, Medien zum Ausgangspunkt von pädagogischen Inszenierungen und zum Auslöser von Bildungsprozessen zu machen. Ausgangspunkt heißt aber nicht Mittelpunkt, denn pädagogische Projekte der rezeptiven Medienarbeit haben immer Wissen, Weltorientierung und Persönlichkeitsbildung zum Ziel.

 

Medienpädagogik stärkt immer Medienkompetenz. Aber es ist nicht der Bewertungsmaßstab für medienpädagogische Projekte, wie viele der Punkte in den Definitionsmatrixen von Medienkompetenz als erfüllt abgehakt werden können.

 

Viel wichtiger ist die Frage: Was hat das Projekt zur Entwicklung der TeilnehmerInnen beigetragen?

 

Albert Treber

 

 

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